Sammlung

Die Sammlung der Werke ist dem Sohn des Künstlers, dem Kunsthistoriker Dr. Ulrich Schumacher (1941–2021), zu verdanken, der 2001 die Emil Schumacher Stiftung gründete. Heute umfasst die Sammlung mehr als 1.000 Werke aus den Jahren 1932 bis 1999 und bildet das gesamte Œuvre des Malers ab. Ölgemälde, Gouachen, Keramiken, Bilder auf Porzellan und Malereien auf Schiefer sowie die gesamte Grafik sind der Kern der Museumssammlung, zu der auch rund 100 weitere Arbeiten Emil schumachers aus dem Besitz der Stadt Hagen gehören.

Die Unmittelbarkeit der gestischen Malweise zeigt sich in den großen wie den kleinen Formaten, den Gemälden wie den Gouachen, Zeichnungen und Grafiken oder aber den Keramiken und Malereien auf Porzellan und Schiefer gleichermaßen ausdrucksstark.

Gemälde

Gemälde von Emil Schumacher mit schwarzer, matter Fläche sowie mittig einer braunen, ovalen Fläche, die von eingeritzten Linien umrandet ist

Emil Schumacher, Acheron, 1958, Öl auf Leinwand, 170 x 132 cm,
Emil Schumacher Museum, Hagen

Grossformtige Bilder auf Holz oder Leinwand bilden in ihrer expressiven Kraft Kern und Höhepunkt im vielfältigen Gesamtschaffen Emil Schumachers. Die Möglichkeiten eines pastosen Farbauftrags und eines unmittelbaren Umgangs mit den verschiedensten Materialien erzeugen eine besonders intensive wirkung. 

Schumacher nutzte Materialien wie Sand, Asche, Draht, Fasern, oder Blätter, die er mit Farbe vermischte oder auf die Bildoberfläche aufbrachte, zur Erkundung ihrer künstlerischen Möglichkeiten. Häufig weisen die Bilder raumgreifende, als Reliefs wirkende Strukturen auf.

Gouachen

Abstraktes Kunstwerk von Emil Schumacher mit schwarzen Formen, die sich von der unteren linken Ecke diagonal zur oberen rechten Ecke bewegen und die Silhouetten von 7 Vögeln erkennen lassen. Dahinter eine blaue Fläche . Vereinzelte graue Flächen und schwarze Linien im Bild.

Emil Schumacher, GE-5/1992, 1992, Gouache auf Arches-Bütten, 57 x 76,5 cm, Emil Schumacher Museum, Hagen

Papier gehörte zu den bevorzugten Materialien Emil Schumachers. Die kleinformatigen Arbeiten, die Schumacher selbst seit den 1950er-Jahren als „Gouachen“ bezeichnete, entstanden in unterschiedlichen Mischtechniken und wurden häufig durch Materialcollagen erweitert. Dabei verwendete Schumacher den Begriff „Gouache“ als Sammelbegriff auch für Arbeiten, die nicht mit Gouache, sondern in anderen Techniken ausgeführt wurden. Mit spontaner und leichter Hand entwickelte er auf diesen kleinen Formaten neue Bildideen, die immer wieder Entwicklungen seines Gesamtwerks vorwegnahmen.

Druckgrafiken

Aquatinta-Druckgrafik von Emil Schumacher mit abstrakter Komposition. Breite, schwarze Linien verlaufen unregelmäßig über die gesamte Fläche. Orangefarbene Flächen sind zwischen den Linien verteilt und erzeugen einen lebhaften Kontrast zum hellen Hintergrund. Die Oberfläche wirkt strukturiert und zeigt expressive Spuren, die für Schumachers Stil typisch sind. Am unteren Rand sind handschriftliche Zahlen und eine Signatur sichtbar.

Emil Schumacher, 19/1972, 1972, Farbaquatinta-Radierung mit Prägedruck, 50 x 36 cm (Blatt 78,5 x 53 cm), Emil Schumacher Museum, Hagen

Die Grafik war die erste Disziplin, der sich Schumacher intensiv widmete. Parallel zu seinem malerischen Œuvre entstand ein umfangreiches grafisches Werk. Bereits während seines Studiums an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Dortmund beschäftigte er sich mit Druckgrafik, insbesondere mit Holz- und Linolschnitten sowie einigen wenigen Lithografien. Ab 1958 entstehen erste Radierungen, die später sein grafisches Werk dominieren.

Keramik und Porzellan

Emil Schumacher, K-18/1986, 1986, Terrakotta, 52 x 53 cm, Emil Schumacher Museum, Hagen

In den frühen 1990er-Jahren widmete sich Emil Schumacher mit Arbeiten auf Porzellan einem für ihn ungewöhnlichen Material und verband seine expressive Bildsprache mit der makellosen Oberfläche des „Weißen Goldes“.

Object trouvé

schwarzer Rahmen mit einem zerdrückten Eimer mit teils schwarzer Farbe bemalt

Emil Schumacher, Eimer, 1977, Materialobjekt, 51 x 41 cm, Emil Schumacher Museum, Hagen

Emil Schumacher integrierte immer wieder gefundene Gegenstände in sein künstlerisches Schaffen und verwandelte ihre alltägliche Materialität in eigenständige Kunstwerke. Diese als Object trouvé bezeichneten Arbeiten zeigen Schumachers Interesse an der sinnlichen Kraft von Materialien und an den Grenzen zwischen Malerei, Relief und Objekt.